Dr. Heribert Schwan |  » Erich Mielke
Samstag, 04. September 2010 - 09:21 Uhr

Erich Mielke

Erich Mielke - Der Mann, der die Stasi war

Heribert Schwan, Droemer Knaur

mielke_300x400_400Ein Heer von Zuträgern und Spitzeln versorgte die Führungsclique der DDR mit einer Flut von Informationen über echte und vermeintliche Regimekritiker. Dem Volk war nicht zu trauen. Machterhalt um jeden Preis war oberstes Prinzip. In zentraler Position: Erich Mielke, der über dreißig Jahre als Minister für Staatssicherheit den wirtschaftlich und politisch labilen Staat stabilisierte.

Durch ihn und seine Helfer verloren Menschen ihre Würde, manche ihr Leben. Das Ministerium unter Mielkes Leitung verbreitete Angst und Schrecken. Es förderte Verrat, Untertanengeist und Kadavergehorsam. Mielkes Befehlen gehorchten Tausende von inoffiziellen und hauptamtlichen Mitarbeitern. Sie führten aus, entwickelten, erledigten und siegten im Namen des Sozialismus.

Mielke stattete das Ghetto der Regierenden in Wandlitz mit allem westlichen Luxus aus, der für normale DDR-Bürger unerschwinglich war. Aber nicht nur die Selbstversorgung der herrschenden Nomenklatura spielte sich unter seiner Regie ab, sein Ministerium pflegte auch enge Kontakte zu bewaffneteten RAF-Aktivisten und zu dem international gesuchten Terroristen Carlos. Motto: Die Feinde des Westens können uns nur nützlich sein.

Gestützt auf Gespräche mit Zeitzeugen und auf erstmals veröffentlichte Dokumente aus Ost-Berliner und Moskauer Archiven, schildert Heribert Schwan die Karriere des Mannes, der als Armeegeneral und Parteifunktionär sein Leben in den Dienst des DDR-Geheimdienstes gestellt hatte. Eng damit verknüpft ist die Beschreibung der Funktionsweise des DDR-Sicherheitsapparats und seiner unheilvollen Auswüchse.

Ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der jüngsten deutschen Geschichte.

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